Endlich ist es soweit, und der neue Stubentiger darf zuhause einziehen. Damit das zukünftige Zusammenleben aber für Mensch und Katze stressfrei und angenehm verläuft, ist es wichtig, dass die Katze richtig sozialisiert ist. Denn bei nicht oder falsch sozialisierten Katzen sind Verhaltensstörungen beinahe sicher vorprogrammiert.

Kind mit Katze und Hund im ArmWas bedeutet Sozialisierung?

Hinter dem Begriff Sozialisierung verbirgt sich, ob und wie eine Katze mit Artgenossen und anderen Lebewesen auskommt. In den ersten drei Lebensmonaten wird dabei die Grundlage gelegt, indem die Kätzchen positive wie negative Erfahrungen mit verschiedenen Situationen sammeln. Lernen die Katzenwelpen in dieser Zeit, dass von Hunden und kleinen Kindern keine Gefahr ausgeht und Menschen wunderbare Schmuse- und Spielpartner sind, werden sie später sehr viel entspannter und menschenbezogener sein als Katzen, die wild aufgewachsen sind und kaum Kontakt zu Menschen hatten. Auch wie man eine Katzentoilette benutzt und wo es etwas zu fressen gibt, schauen sich die Kätzchen von ihrer Mutter ab.

Mindestens ebenso wichtig ist aber auch, dass die Kätzchen in dieser Zeit ihres Lebens lernen, wie sie sich anderen Katzen gegenüber verhalten müssen. In den spielerischen Kämpfen mit ihren Geschwistern lernen sie, wie stark sie zubeißen und kratzen dürfen, ohne ihre Spielgefährten zu verletzen, und wie sie mit der Frustration umgehen müssen, wenn sie ihren Kopf einmal nicht durchsetzen können. Machen die Kätzchen diese Erfahrungen nicht, sind später schmerzhafte Kratzer für den Besitzer die Folge.

Katzen, die nicht richtig sozialisiert wurden, entwickeln schnell Verhaltensstörungen. Einige sind harmlos, wie z.B. das Nuckeln an Kissen. Andere, wie aggressives Verhalten bei Frustration oder der Einsatz von Krallen und Zähnen beim Spielen mit dem Besitzer, können schnell problematisch werden. Zwar kann eine Katze auch später noch erzogen werden, die Grundlagen für ihr Verhalten werden aber unwiderruflich in den ersten 12 Wochen ihres Lebens gelegt.

Eine junge Katze sozialisieren

Auch der fürsorglichste Katzenbesitzer kann dem neuen Stubentiger keinen Artgenossen ersetzen. Deshalb ist es wichtig, dass Kätzchen frühestens im Alter von 12 Wochen von ihrer Mutter und den Geschwistern getrennt werden, da sie das grundlegende „Katzenwissen“ nur von anderen Katzen lernen können. Wenn eine frühere Trennung nötig ist, weil z.B. die Mutter tot ist, sollte man unbedingt dafür Sorge tragen, dass die Kätzchen in die Gesellschaft einer gut sozialisierten Katze kommen, welche die restliche Ausbildung übernehmen kann.

Natürlich kann und soll aber auch der Mensch bei der Sozialisierung mitwirken. Verantwortungsvolle Züchter legen großen Wert darauf, schon die sehr jungen Kätzchen an den Kontakt mit Menschen zu gewöhnen, damit diese lernen, dass sie von den großen Zweibeinern nichts zu befürchten haben. Je mehr positive Erfahrungen Kätzchen mit Menschen sammeln, desto menschenbezogener und zahmer werden sie später sein. Dabei ist es ein absoluter Mythos, dass nur einzeln gehaltene Katzen zahm werden – sehr viele Katzenhalter mit zwei oder mehr Katzen können vom Gegenteil erzählen. Tatsächlich schätzen die meisten Katzen Gesellschaft, und gerade Wohnungskatzen sollten nicht alleine gehalten werden. Leider werden noch oft viel zu junge Kätzchen als Einzeltiere mit dem falschen Versprechen abgegeben, dass sie dadurch besonders menschbezogen und verschmust werden.

Damit sich beim neuen Stubentiger keine schlechten Angewohnheiten einschleichen, sollten die neuen Besitzer von Anfang an einfache und klare Regeln aufstellen und auch dann einhalten, wenn die junge Katze viel zu unschuldig schaut, um ausgeschimpft zu werden. Wird sie im Spiel zu übermütig und beißt, muss der Besitzer das Spiel sofort mit einem lauten „Nein“ abbrechen und die Katze nicht mehr beachten, damit diese lernt sich zukünftig zurückzuhalten. Wichtig ist, dass die Reaktion sofort erfolgt und es keine Ausnahmen gibt. Die Katze wird nicht unterscheiden, ob sie auf den Esstisch springen darf, weil Weihnachten oder ihr Geburtstag ist – sie wird sich nur diese neue Grenze merken und sie immer wieder austesten.

Wie bei jedem Haustier ist es gut, sich vor der Anschaffung die Erfahrungen anderer Tierbesitzer anzuhören. Zukünftige Katzenbesitzer sollten nicht aus Mitleid oder einer spontanen Laune heraus ein niedliches Kätzchen zu sich nach Hause holen, sondern sich auch über die Entwicklung und das Verhalten des neuen Wohnungsgefährten informieren. Wer sich aber gut auf die neue Katze vorbereitet hat, wird über viele Jahre Freude an seinem Haustier haben.

1 KOMMENTAR

  1. Zur richtigen Erziehung der Katzen gehört auch keine Vögel zu räubern, was ihnen instinktiv angeboren ist. Dies sollte man im ersten halben Jahr den Katzen unbedingt beibringen. Schon beim Anschleichen muss man energisch und laut ihren Namen rufen und dies wiederholt sich immer wieder in einer solchen Situation. Nur mit einer solchen Erziehung treib ich der jungen Katze dieses Jagdverhalten aus. Bisher ist mir das immer gelungen, so dass die Katzen nur auf Mäuse und eventuell Ratten fixiert waren. Sogar Siebenschläfer wurden nicht weiter beachtet, weil diese nicht den Mäusegeruch verbreiten. Auch konnten unsere Brieftauben sogar frei auf dem Boden brüten ohne dass die Tauben Angst haben mussten, geräubert zu werden. Gerade bin ich wieder dabei eine in der Landschaft gefundene junge Katze diese erzieherischen Maßnahmen beizubringen.

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