Wenn die eigene Katze ihr Fressen nicht anrührt, sind Besitzer verunsichert. Schon wenige Tage ohne Nahrungsaufnahme werden für einen Katzenkörper schnell zur gefährlichen Belastungsprobe. Es heißt daher für Katzenbesitzer, prompt zu handeln und nach den Ursachen für die Fressunlust zu suchen.

Ursachen und Lösungen für Appetitlosigkeit bei Katzen

Katzenbesitzer sollten sich bei der Ursachenforschung nicht ausschließlich auf körperliche Krankheiten beschränken. Auch die Katzenseele ist ein empfindlicher Faktor, der auf Veränderungen sensibel reagiert. So muss die Fressunlust bei Katzen kein Zeichen für eine schlimme Krankheit sein. Es gibt mehrere Gründe für Fressunlust, die der Tierhalter zunächst systematisch überprüfen sollte. Für die meisten Ursachen gibt es konkrete Verhaltensmuster, die das Tier schnell wieder hungrig werden lassen.

1. Futter

Zwei Katzen fressen nichtEine Umstellung auf ein anderes Futter kann ein sensibles Katzengemüt aus dem Gleichgewicht bringen. Als absolute Gewohnheitstiere reagieren Katzen auf verändertes Futter häufig mit der Verweigerung des Essens. Dies tritt besonders dann auf, wenn der Wechsel abrupt vollzogen wird.

Die Lösung: Ein Futterwechsel sollte bei Katzen nicht zu plötzlich erfolgen. Es ist angeraten, die neue Sorte langsam „einzuschleichen“ und mit dem bekannten Futter zu mischen. Das Verhältnis wird langsam angepasst, bis schließlich nur noch ein kleiner Teil des alten Futters im Napf ist und die Katze sich an die neue Sorte gewöhnt hat. Die Einhaltung strenger Fütterungsrituale und -zeiten ist eine wichtige Hilfe. Erhält die Katze außerhalb der normalen Fütterungszeiten andere Leckereien, wird sie keine Notwendigkeit in der Annahme des neuen Futters sehen.

Es kommt vor, dass Futterhersteller die Rezepturen für ihr Katzenfutter ändern. Dies wird den Tierhaltern in der Regel nicht mitgeteilt. Die Katze jedoch kann diese Veränderung spüren und wird möglicherweise darauf reagieren. Es lohnt sich daher, die Zusammensetzung des Futters auf veränderte Details zu überprüfen.

2. Umgebung

Je nach Empfindlichkeit der Katze kann bereits ein neues Möbelstück für Unbehagen und Appetitlosigkeit sorgen. Sind in den vergangenen Tagen Veränderungen in Wohnung oder Garten vorgenommen worden, können diese ein Grund für die Verweigerung sein. Die meisten Katzen reagieren sehr empfindlich auf Umgebungswechsel. Nach einem Umzug oder während einer Ferienbetreuung kommt Nahrungsverweigerung daher häufig vor.

Die Lösung: Die Katze braucht Zeit und Ruhe, um sich an die veränderte Umgebung zu gewöhnen. Besitzer können ihrem Tier mit gesteigerter Zuwendung und der ein oder anderen Leckerei über die unsichere Phase helfen.

3. Trauer

Auch Katzen können Trauern und reagieren hier gern mit Fressunlust. Verschwindet eine Bezugsperson oder eine andere Katze aus dem Umfeld des Tieres, ist eine Trauerreaktion möglich.

Die Lösung: Während der Trauerphase braucht die Katze intensive Zuwendung, um sich bald zu erholen. Besondere Leckerlies und Streicheleinheiten geben dem Tier die Sicherheit, die es braucht.

4. Rolligkeit

Der natürliche Sexualtrieb der Katze kann das Fressverhalten ebenfalls beeinflussen. Während eine Katze rollig ist, liegt ihr Fokus nicht mehr auf der Nahrungsaufnahme, sondern auf der Suche nach einem geeigneten Partner.

Die Lösung: Auf das Verhalten der Katze haben Besitzer während der Rolligkeit keinen Einfluss. Der Tierarzt kann Präparate verschreiben, die den Appetit steigern und das Tier zum Fressen anregen.

5. Hitze

Bei sommerlichen Temperaturen sinkt nicht nur beim Menschen das Hungergefühl. Auch Katzen nehmen in der heißen Jahreszeit weniger Nahrung zu sich.

Die Lösung: Der Katze sollte der Zugang zu kühleren Orten wie dem Keller oder einem gefliesten Badezimmer offen sein. Während großer Hitzeperioden ist die Fressunlust allerdings kein Gefahrenzeichen. Die Katze sollte dann allerdings ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen.

Was der Tierarzt überprüft

Lassen sich keine seelischen Gründe für die Verweigerung der Nahrungsaufnahme finden, folgt der Gang zum Tierarzt. Er wird eine Untersuchung des Tieres vornehmen, um die typischen Ursachen für eine Nahrungsverweigerung auszuschließen:

1. Infektionen

Die Katze benötigt medikamentöse Unterstützung, wenn sie sich mit einem Krankheitserreger infiziert hat. Infektionskrankheiten bei Katzen sind zwar selten, sollten aber dennoch in die Ursachenforschung einbezogen werden.

Die Behandlung: Ob ein Antibiotikum bei einer bakteriellen Infektion oder immunstärkende Mittel verabreicht werden müssen, entscheidet der Arzt individuell.

2. Vergiftungen

Katzen haben einen instinktiven Schutz gegenüber giftiger oder verdorbener Nahrungsmittel und Substanzen. Es kann jedoch vorkommen, dass sich eine Katze versehentlich an etwas vergiftet. Dies kann sowohl durch Pflanzen als auch durch Haushaltsmittel und verdorbenes Essen geschehen.

Die Behandlung: Spontane Maßnahmen wie Magenspülung oder Aktivkohlegaben sind bei länger anhaltender Fressunlust nicht mehr angezeigt. Der Tierarzt kann jedoch durch Infusionen und Medikamente die Austreibung der Giftstoffe beschleunigen. Die Katze muss hierfür möglicherweise eine Weile in der Praxis bleiben, wird jedoch bei rechtzeitiger Behandlung bald wieder auf den Beinen sein.

3. Die Zähne

Nicht selten ist eine Fressunlust bei Katzen auf Probleme mit den Zähnen zurückzuführen. Entzündungen des Zahnfleisches oder des Gaumens rufen starke Schmerzen hervor, die das Fressen zur Qual werden lassen. Der Tierarzt wird die Zähne außerdem auf Fehlstellungen und Zahnstein überprüfen.

Die Behandlung: Zahnfehlstellungen und Zahnstein machen häufig eine Operation notwendig. Hiernach wird die Katze keine Schmerzen mehr bei der Nahrungsaufnahme haben und wieder tüchtig fressen. Bei einer Entzündung im Mundraum und am Zahnfleisch wird der Arzt eine professionelle Reinigung der Zähne vornehmen. Die Entzündung wird bei rechtzeitigem Eingreifen wenige Tage später abflauen. Diese Zeit kann durch weiches Nassfutter überbrückt werden.

Entzündetes Zahnfleisch bei Katzen erfordert schnelles Handeln, denn es kann dauerhaft werden. Eine chronische Zahnfleischentzündung ist dann weniger leicht zu behandeln. Kortison kann das Mittel der Wahl sein, gelegentlich hilft jedoch nur eine Operation.

4. Der Lebensabend

Alte Katzen, die in der letzten Phase ihres Lebens angelangt sind, fressen oft sehr wenig. Dies ist vor allem auf die Anstrengung zurückzuführen, die das Essen dem Tier abverlangt.
Die Behandlung: Der Tierarzt wird bei einer alten Katze nichts unternehmen, um ihre Fresslust zu steigern. Besitzer können durch die Gabe kleinerer Mahlzeiten und durch Umstellung auf weiches Futter das Fressen erleichtern.

Nahrungsverweigerung stellt eine Gefahr dar

Katzen sind bei unterlassener Nahrungsaufnahme deutlich gefährdeter als andere Tierarten. Die Energiereserven des Körpers sind so klein, dass er schon nach kurzer Fastenzeit beginnt, seine eigenen Ressourcen anzugreifen. Die Leber, die Nieren und auch die Muskeln können dann geschädigt werden. Besitzer sollten daher bei längerer Nahrungsverweigerung unbedingt einen Tierarzt aufsuchen.

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