Trocken- oder Nassfutter – was ist besser?

Industriell hergestelltes Hundefutter gibt es in Form von Nass- und Trockenfutter. Hundehalter stehen vor einer großen Auswahl unterschiedlicher Futtersorten und möchten ihren Vierbeiner gesund ernähren. Die Hersteller gehen auf dieses Bedürfnis ein und versprechen mit besonderen Rezepturen, den Hunden viel Gutes zu tun. Doch welche der beiden Futtervarianten ist besser? Soll ein Hund mit Trockenfutter oder mit Nassfutter gefüttert werden?

Trockenfutter – Vorteile und Nachteile

Trockenfutter ist bei vielen Hundehaltern beliebt, denn dieses Futter ist lange haltbar und lässt ich einfach dosieren. Zudem gibt es sehr günstige Trockenfuttersorten, sodass die Kosten für Hundefutter nicht groß zu Buche schlagen. Doch gerade die Tatsache der langen Haltbarkeit sollte Hundehaltern zu denken geben. Auf der Seite des Vereins „Ärzte für Tiere e.V.“ ist die Rede von Konservierungsstoffen wie Formaldehyd oder BHA. Diese Stoffe haben eine nachweislich giftige Wirkung.

Hunde würden das Futter nicht fressen, könnten sie diese Inhaltsstoffe riechen oder schmecken. Damit die Vierbeiner zulangen, werden dem Trockenfutter oftmals sensorische Zusatzstoffe zugefügt, die das Geschmacks- und Geruchserlebnis des Hundes optimieren.

Der Anteil des in Trockenfutter enthaltenen Fleischs ist in der Regel sehr gering. Trockenfutter wird stark erhitzt, damit es haltbar wird. Dadurch verliert das Fleisch seine Qualität. Ein weiteres Manko ist die häufige Zugabe von Getreide, das bei den Futtersorten die Basis darstellt. Getreide ist günstig und lange haltbar. Nicht alle, aber viele Hunde können Getreide nicht gut verwerten und bei manchen Vierbeinern entwickelt sich aufgrund des im Trockenfutter enthaltenen Getreides eine Allergie.

Trockenfutter sind zusammengepresste Kroketten. Der Hund kann diese erst verdauen, wenn sie mit genügend Wasser aufgespalten wurden. Die meisten Kroketten quellen im Magen auf. Wahrscheinlich kennen viele Menschen das Gefühl im Bauch, wenn sie zu viele Gummibärchen gegessen haben. Auch diese quellen im Magen auf. Wie der Verein Ärzte für Tiere erklärt, wird der Großteil der Nährstoffe im Trockenfutter unverwertet ausgeschieden. Somit besteht ein Risiko für einen Nährstoffmangel.

Trockenfutter enthält nur drei bis zwölf Prozent Wasser. Damit der Hund die Trockennahrung verdauen kann, muss er eine sehr hohe Menge an Wasser trinken. Das tun aber die meisten Vierbeiner nicht. Somit gehören Nierenprobleme und Leberschäden zu den Folgen einer regelmäßigen Fütterung mit Trockenfutter.

Ist kaltgepresstes Trockenfutter gesünder?

Bei dieser Variante werden die Rohwaren schonend gemischt und die entstehende Masse wird in einer Kaltpressanlage mit Zugabe von Wasserdampf gepresst. Da mit niedrigen Temperaturen gearbeitet wird, bleiben Mineralstoffe, Vitamine und andere Nährstoffe besser erhalten. Unter den kaltgepressten Futtersorten findet man auch getreidefreie Produkte.

Weil die Herstellung mit Niedrigtemperaturen verläuft, können nicht alle Keime abgetötet werden. Viele Hunde können dieses Futter nicht gut verdauen, da der Stärkeaufschluss nur unzureichend ist. Außerdem ist es bei einer Temperatur von maximal 80 Grad Celsius nicht möglich, genügend Fett zuzufügen. Wer eine gute Qualität möchte, findet hier eine Übersicht von gutem Trockenfutter.

Pro und Contra von Nassfutter

Bei der Herstellung von Nassfutter werden die Zutaten gemischt und in Dosen abgefüllt. Anschließend wird auf die Dosen mit hohen Temperaturen und hohem Druck eingewirkt und das Futter für rund 60 Minuten auf über 120 Grad Celsius erhitzt. Aufgrund der hohen Temperatur werden Keime und Bakterien abgetötet. Dieses Verfahren wird als Sterilisieren bezeichnet und macht das Nassfutter lange haltbar.

Nach dem Öffnen der Dose sollte das Futter jedoch schnell verbraucht werden. Im Kühlschrank kann eine geöffnete Dose maximal zwei Tage gelagert werden. Nach diesem Zeitraum bilden sich Schimmelpilze und Bakterien. Ein Vorteil von Nassfutter ist der hohe Wassergehalt, der sich zwischen 60 und 84 Prozent beläuft.

Diese Merkmale klingen nach einer gesunden Ernährungsmöglichkeit für Hunde. Trotzdem ist nicht jedes Nassfutter gesund. Für Hundehalter ist es beim Kauf wichtig, auf die Inhaltsstoffe zu achten. Hersteller, die ihre Produkte in Deutschland produzieren, müssen die Vorgaben des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit beachten. Dort gibt es auch eine Liste der zugelassenen Zusatzstoffe für Futtermittel, die jeder Verbraucher einsehen kann.

Oft sind in Billigprodukten Zucker, Konservierungsstoffe, Farbstoffe und andere ungesunde Zutaten enthalten. Es gibt aber bereits viele Hersteller von Nassfutter, die Wert auf gesunde Zutaten legen und keine Farbstoffe, künstliche Aromen und ähnliche Zusätze verwenden. Die Menge der enthaltenen Zutaten wird in absteigender Reihenfolge auf der Inhaltsliste angegeben. Das heißt: An erster Stelle steht die Zutat, von der am meisten im Futter enthalten ist. Bei hochwertigem Nassfutter steht somit an erster Stelle Fleisch.

Weil die Hunde Nassfutter nicht kauen müssen, kann Zahnstein entstehen. Allerdings ist dies auch möglich, wenn der Vierbeiner mit Trockenfutter ernährt wird. Um dem vorzubeugen, sollten dem Hund Kausnacks angeboten werden.

Ist Nassfutter besser als Trockenfutter?

Aufgrund der frischeren Zutaten und des höheren Wassergehalts könnte man behaupten, dass Nassfutter gesünder sei. Es kommt jedoch auf den Hersteller an: Welche Zutaten verwendet er? Macht er den Vierbeinern das Futter durch künstliche Aromen und Zucker schmackhafter? Oder legt er Wert auf gesunde und natürliche Zutaten?

Zudem kommt es auf den Hund an. Manche Vierbeiner bekommen von Nassfutter Durchfall und andere vertragen es sehr gut. Würde man dem Hund einen Napf mit Trockenfutter und einen Napf mit Nassfutter hinstellen, würden sich die meisten Vierbeiner für die zweite Variante entscheiden. Sowohl Nassfutter als auch Trockenfutter ist Fertigfutter. Auch wenn man den Hund nicht vermenschlichen soll, kann jeder Hundehalter einmal überlegen, wie gut eine regelmäßige Ernährung mit Fertigkost für die Gesundheit ist.

Auch der Gedanke, ob zusammengepresste Zutaten in Trockenform besser schmecken, als erhitztes Fleisch und Gemüse, kann bei der Entscheidung helfen. Hilfreich kann auch die Empfehlung des Tierarztes Dr. Rückert sein. Er hat auf etwas humorvolle Weise das ABAM-Konzept vorgestellt: Von allem etwas.

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