Dalmatiner

Haustier.net RedaktionPosted on
Dalmatiner Hund

Dalmatiner sind sehr freundliche und verspielte Hunde, die viel Bewegung und Beschäftigung benötigen. Sie bieten sich für aktive Menschen an, die täglich in der Natur unterwegs sind und einen treuen, verschmusten Begleiter suchen.

Geschichte

In alten Pharaonengräbern Ägyptens werden Hunde abgebildet, die dem Dalmatiner ähnlich sehen. Diese Abbildungen stammen aus dem Zeitraum des 16. bis 18. Jahrhunderts. Man weiß allerdings nichts Genaues über die Herkunft dieser Rasse. Es wird davon ausgegangen, dass sich der Name von der Küstenregion Dalmatien in Kroatien ableitet. Darauf weisen auch Chroniken der Kirche des 14. Jahrhunderts und des Jahres 1719 hin. Ein Fresko auf Dalmatien von 1710 zeigt Abbildungen von Hunden, die wie Dalmatiner aussehen.

Der Erfinder des Holzstichs und englische Grafiker Thomas Bewick, der von 1753 bis 1828 lebte, veröffentlichte 1792 ein Werk, in dem eine Zeichnung sowie eine Beschreibung des Dalmatiners zu finden ist. Dieser Hund wurde von Bewick als Dalmatian Dog oder Coach Dog bezeichnet.

Den ersten Rassestand verfasste der Engländer Vero Shaw 1882, der zum offiziellen Standard 1890 ernannt wurde.

Dalmatiner wurden früher als Schutzhunde für Kutschen verwendet. Die Hunde liefen neben den Kutschen und beschützten ihre Menschen vor Dieben, Wildtieren und fremden Hunden. Später hielten viele Adlige Dalmatiner aufgrund des edlen Erscheinungsbildes. Die Hunde begleiteten immer noch Kutscher und Reiter, aber nun eher als Statussymbol. Auch in den USA wurden Dalmatiner verwendet: Sie liefen neben den Feuerwehrkutschen und sorgten mit ihrem Gebell für freie Fahrt.

Nicht ganz sicher ist, ob der Dalmatiner auch als Jagdhund diente. In dieser Hinsicht gibt es verschiedene Ansichten, die jedoch alle nicht gesichert sind.

Rassebeschreibung

Dalmatiner ist eine vom FCI anerkannte Rasse, die der Gruppe 6 (Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen) und der Sektion 3 (Verwandte Rassen) zugeordnet ist.

Erscheinungsbild

Der mittelgroße bis große Dalmatiner besitzt einen gut proportionierten und kräftigen, aber schlanken Körperbau. Hündinnen werden zwischen 56 und 58 Zentimeter hoch und erreichen ein Gewicht zwischen 16 und 24 Kilogramm. Die Widerristhöhe bei Rüden beträgt 58 bis 61 Zentimeter und das Gewicht beläuft sich auf 15 bis 32 Kilogramm. Die Rückenlinie ist gleichmäßig gerade.

Sein Körperbau sowie das getupfte Fell lassen den Dalmatiner elegant erscheinen. Er trägt seine mäßig großen Hängeohren dicht am Kopf anliegend und hoch angesetzt. Die runden Augen sind bei schwarz gefleckten Dalmatinern dunkelbraun und bei braun gefleckten Hunden bernsteinfarben. Die sichelförmige, bis zu den Sprunggelenken reichende Rute wird zur Spitze hin schmaler.

Dalmatiner sind wegen ihres Fells auffällige Hunde: Sie haben ein weißes, kurzes und glattes Fell, das mit schwarzen oder braunen Tupfen besetzt ist. Diese Fellfärbung entsteht durch das Scheckungs-Gen. Das Fell ist dicht, hart und wirkt glänzend. Die Tupfen sollten eine klare Begrenzung vorweisen und nicht ineinander laufen. Zudem sollten die Flecken eine rundliche Form haben.

Wenn Dalmatiner geboren werden, haben sie ein komplett weißes Fell. Die ersten Tupfen erscheinen zwischen dem zehnten und vierzehnten Lebenstag. Die Fleckung verändert sich bis zum ersten Lebensjahr. Von der Zucht ausgeschlossen werden die Dalmatiner, die bereits vom ersten Tag an schwarze Flecken oder Platten haben (als Platten werden größere Flecken bezeichnet, die meistens im Kopfbereich auftreten).

Dalmatiner haben kein Unterfell und sind somit eher Schönwetterhunde: Bei Kälte frieren sie schnell und Hitze macht ihnen in der Regel ebenfalls zu schaffen.

Wesen

Dalmatiner gelten als energisch, intelligent, freundlich, aktiv und verspielt. Es sind sensible Hunde, die sehr kontaktfreudig sind. Sie haben ein lebhaftes Wesen, sind aber durchaus anpassungsfähig. Dalmatiner sind häufig äußerst verschmust und entwickeln in der Regel nur dann Verhaltensprobleme, wenn sie nicht genügend Bewegung erhalten. So aktiv der Dalmatiner draußen ist, so ruhig verhält er sich im Haus.

Häufige Krankheiten und Lebenserwartung

Bei Dalmatinern besteht ein erhöhtes Risiko für verschiedene Krankheiten:

Taubheit

Generell besteht bei Hunden mit hohem Weißanteil des Fells ein höheres Risiko für Taubheit. Dieses Risiko besteht vor allem bei den Hunden, die im Kopfbereich größtenteils weißes Fell haben. Deshalb befürworten mittlerweile viele Züchter, die Dalmatiner für die Zucht zuzulassen, die vom ersten Tag an im Kopfbereich schwarze Platten vorweisen. Dadurch könnte eventuell das Taubheitsrisiko reduziert werden.

In Deutschland wurde 2000 eine Studie durchgeführt, bei der rund 1.900 Dalmatiner auf Taubheit hin untersucht wurden. Der Anteil an tauben Hunden lag bei 19,7 Prozent. Bei einer Studie aus dem Jahre 1992 aus Amerika wurden 1.031 Hunde untersucht und 29,7 Prozent litten an Taubheit.

Bei Dalmatinern mit schwarzen Platten tritt Taubheit seltener auf, während blauäugige Dalmatiner häufiger taub sind.

Dalmatiner-Syndrom

Das Dalmatiner-Syndrom – oder auch als Hyperurikosurie bezeichnet – hängt mit einem genetisch bedingten Stoffwechseldefekt zusammen. Dadurch kommt es bei Dalmatinern häufiger als bei anderen Rassen zur Bildung von Harnsteinen. Bei Dalmatinern ist der Umwandlungsprozess des Enzyms Uricase in Allantoin gestört. Dieses Enzym befindet sich in der Leber und wandelt Harnsäure um. Bei Dalmatinern ist dieses Transportsystem der Harnsäure defekt. Dadurch kommt der Großteil der Harnsäure gar nicht mit Uricase in Verbindung. Der Harnsäurespiegel ist beim Dalmatiner erhöht. Somit treten oftmals als Folge Dermatitis sowie Harnsteine auf.

Der erhöhte Harnsäurespiegel ist genetisch bedingt und tritt bei allen Dalmatinern auf. Allerdings kommt es nicht bei allen Dalmatinern zur Harnsteinbildung. Festgestellt werden konnte, dass Hündinnen seltener an Harnsteinen leiden als Rüden. Bisher kann aber noch nicht sicher gesagt werden, welche Individuen dieser Rasse ein erhöhtes Risiko der Harnsteinbildung tragen (Stand: 2018).

Aufgrund dieses Gendefekts sollten Dalmatiner purinarm ernährt werden. Zudem sollten die Hunde genügend Möglichkeiten zum Wasserlassen bekommen, denn auch dies reduziert das Harnsteinrisiko. Ebenso ist mittlerweile bekannt, dass die Harnsteine bei den Hunden seltener auftreten, die nur einmal am Tag gefüttert werden.

Dalmatiner haben eine Lebenserwartung von 10 bis 13 Jahren.

Haltung und Pflege

Bei der Zucht von Dalmatinern wurde Wert auf eine gute Ausdauer gelegt. Diese Hunde benötigen somit genügend Auslauf. Früher liefen sie als Schutz vor Dieben und wilden Tieren neben den Kutschen her. Dies zeigt, wie groß der Bewegungsdrang war und immer noch ist. Dalmatiner sind zwar sehr anpassungsfähig, sollten aber nicht dazu gezwungen werden, den Großteil ihres Lebens auf der Couch verbringen zu müssen. Bewegungsmangel und fehlende Auslastung machen sich früher oder später durch Verhaltensprobleme bemerkbar.

Wer einen Dalmatiner als Begleithund genießen möchte, sollte selbst aktiv sein und gerne täglich mindestens zwei Stunden in der Natur unterwegs sein. Dalmatiner lieben es neben dem Fahrrad zu laufen und sie sind auch oft begeisterte Schwimmer. Sie genießen aber genauso tägliche, ausgedehnte Spaziergang durch die Natur. Die meisten Dalmatiner halten sich gerne im Garten auf, doch dies kann einen Spaziergang nicht ersetzen.

Der Dalmatiner ist kein Hund für die Zwingerhaltung. Er möchte bei seiner Familie sein und leidet, wenn er zu oft getrennt von ihr ist. Deshalb ist ein Dalmatiner auch berufstätigen Menschen nicht zu empfehlen, zumindest nicht bei einer Vollzeitbeschäftigung. Diese Hunde reagieren auf Spannungen innerhalb der Familie äußerst sensibel. Es sind sozusagen harmonieliebende Hunde. Dies ist ebenfalls bei der Erziehung von Dalmatinern zu beachten.

Dalmatiner Welpen

Erziehung

Ein Dalmatiner muss zwar konsequent erzogen werden, aber dies ausschließlich mit positiv bestärkenden Methoden. Eine zu harte und zu strenge Erziehung führt beim Dalmatiner dazu, dass er seine Mitarbeit verweigert. Aufgrund dieses Fakts werden Dalmatiner als stur bezeichnet. Dies sind sie aber nur bei falscher Erziehung sowie bei fehlender Bewegung.

Diese Rasse war in der Vergangenheit besonders wegen ihres Beschützerinstinkts beliebt. Der Dalmatiner zeigt dabei keine Bösartigkeit. Dennoch sollte diese Schutzmotivation in die richtigen Bahnen gelenkt werden, damit sich der Beschützerwille nicht gegen sämtliche Menschen und Tiere richtet.

Die hohe Sensibilität auf Spannungen innerhalb der Familie macht sich unter anderem bei Unstimmigkeiten zum Thema Erziehung bemerkbar. Dalmatiner haben dafür eine sehr gute Antenne und nutzen es aus, wenn sich seine Menschen nicht einig darüber sind, was dem Hund verboten und erlaubt werden soll. Der Dalmatiner schafft sich in dem Fall eigene Regeln.

Jagdinstinkt

Als frühere Kutschenbegleiter waren Hunde mit geringem Jagdinstinkt gefragt. Ein Hund, der wildern geht, konnte die Aufgabe als Begleithund von Kutschen nicht erfüllen. Die Jagdmotivation von Dalmatinern ist somit allgemein gering. Da jeder Hund, egal welcher Rasse, seine persönlichen Eigenschaft mitbringt, sollte man sich nicht darauf verlassen, dass Dalmatiner gar nicht jagen. Die meisten Dalmatiner zeigen keine Jagdmotivation, aber bei einigen ist der Jagdinstinkt schwach oder mittelmäßig ausgeprägt. Starke Jagdmotivation kommt bei dieser Rasse nur selten vor.

Auslastung

Wie oben beschrieben benötigen Dalmatiner täglich zwei Stunden Auslauf. Im jungen Alter ist es sogar besser, wenn man ihnen drei oder vier Stunden pro Tag Bewegung bietet.

Dalmatiner sind zum Beispiel bei Ausritten zu Pferd, bei Radtouren und beim Jogging sehr gute Begleiter. Der Aktivitätsdrang kann auch mit Obedience oder Agility befriedigt werden. Ebenso bietet es sich an, den Hund während des Spaziergangs zwischendurch etwas apportieren zu lassen.

Diese Rasse benötigt neben der körperlichen Bewegung und Aktivität genauso die geistige Förderung. Dalmatiner sind sehr lernwillig und in der Regel mit Begeisterung bei der Sache, wenn es um das Erlernen von Tricks und Kunststücken geht. Auch Suchspiele fördern ihre hohe Intelligenz.

Fellpflege

Das kurze Fell erfordert keinen großen Pflegeaufwand. Man sollte jedoch wissen, dass Dalmatiner das ganze Jahr und nicht nur im Frühling und Herbst haaren. Deshalb sollte der Hund täglich gebürstet werden.

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